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Offener Brief

an

Wolfgang Pabst, Verleger Pabst Science Publishers

Prof. Dr. Lorenz Fischer, Herausgeber der Wirtschaftspsychologie

 

vom 14. Juli 2020

17. Juli 2020: Unmittelbar nach Veröffentlichung unseres Briefes wurde uns bekannt, dass im Heft 2/2020 der Zeitschrift  Wirtschaftspsychologie mehrere Debattenbeiträge - auch mit Stellungnahmen des Herausgebers und des Verlegers - zu dem genannten Artikel erscheinen.

Sehr geehrter Herr Fischer, sehr geehrter Herr Pabst,

 

im Umfeld der Zeitschrift Wirtschaftspsychologie gibt es aktuell eine Debatte um diskriminierende Formulierungen und Fragestellungen im Beitrag „Intelligenzdiagnostik bei überwiegend Nicht-EU-Migrantinnen und -Migranten“ (Bruno Klauk, Heft 4/2019).

 

Als Herausgeber*innen der Zeitschrift Umweltpsychologie, die im gleichen Verlag erscheint, und als Fachkolleg*innen, sind wir entsetzt über das Erscheinen dieses Beitrags. In unseren Augen werden die weitreichenden Schlussfolgerungen des Autors nicht von den von ihm erhobenen Daten gestützt. Dies ist insbesondere problematisch, da diese Schlussfolgerungen – gepaart mit der politisch tendenziösen Wortwahl des Autors – Rassismus und Diskriminierung in der Gesellschaft Vorschub leisten können. Wir distanzieren uns von dem genannten Beitrag mit Nachdruck.

 

Ohne die Zusammenhänge zu kennen, die zur Veröffentlichung des Beitrags führten, sind wir überzeugt, dass bereits ein Schaden für die Zeitschrift Wirtschaftspsychologie, in der auch Autor*innen der Umweltpsychologie veröffentlichen - sowie für die erweiterte fachpsychologische Gemeinschaft entstanden ist. Für uns ist es uns wichtig klarzustellen, dass diskriminierende Positionen und Inhalte von uns nicht toleriert werden und wir für die Herausgabe der Zeitschrift Umweltpsychologie großen Wert auf die Einhaltung der Regeln zur Guten Wissenschaftlichen Praxis und wissenschaftsethischer Prinzipien legen.

 

Um diese Haltung öffentlich zu vertreten, schreiben wir diesen Brief an Sie.

 

Wir bitten Sie, in Ihrer Rolle als Herausgeber der Wirtschaftspsychologie und als Verleger transparent zu machen, wie Sie mit den Vorwürfen aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft umgehen werden. Eine öffentliche Stellungnahme oder ein Retraction-Verfahren des Beitrags wären aus unserer Sicht mögliche, angemessene Maßnahmen, um dem Vorwurf der politisch tendenziösen Veröffentlichung zu begegnen. Die Aufklärung und die klare Positionierung gegen Diskriminierung und für wissenschaftliche Qualität halten wir für die Zeitschrift Wirtschaftspsychologie (und auch für die Umweltpsychologie) für wichtig, um entstandenen Schaden zu begrenzen und Vertrauen und Reputation bestmöglich wieder herzustellen.

 

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

 

Dr. Stefanie Baasch, Dr. Nicole Bauer, Dr. Anke Blöbaum, Dr. Elisabeth Dütschke, Prof. Dr. Daniel Hanss, Dr. Mathias Hofmann, Prof. Dr. Andreas Homburg, Dr. Florian Lange, Prof. Dr. Melanie Jäger-Erben, Dr. Anke Kullack, Dr. Dörte Martens, Dr. Nicola Moczek, Dr. Kathrin Röderer, Dr. Joachim Schahn, Prof. Dr. Malte Schophaus, Dr. Ines Thronicker (Herausgeber*innen der Zeitschrift Umweltpsychologie)

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