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Rebound-Effekte aus psychologischer Perspektive - aktuelle Erkenntnisse und kritische Perspektiven

Planung für Heft 1/2022

Einreichungsfrist/deadline: 31. März 2021

Im ökonomisch geprägten Diskurs um Energieeffizienz sind Rebound-Effekte schon lange ein prominentes Thema. Sie beschreiben das Phänomen, dass die Effizienzsteigerung einer Energiedienstleistung möglicherweise mit einer stärkeren Nutzung dieser Dienstleistung einhergeht oder eine Verbrauchssteigerung an anderer Stelle auslöst.

 

Die psychologische Forschung zu Rebound-Effekten ist wesentlich jünger und zum Teil auch geprägt von einem diverseren Verständnis des Phänomens „Rebound“. Teilweise ist der Begriff in der Psychologie auch umstritten und es wurden andere Bezeichnungen wie Energiespar-Defizite oder unintendierte Konsequenzen vorgeschlagen.

 

Ziel des Schwerpunktheftes ist es, unterschiedliche konzeptuelle Sichtweisen zu reflektieren sowie aktuelle empirische Forschung zum Thema Rebound aufzugreifen, um damit die psychologische Perspektive auf einen Forschungsstrang der Energiewende- und Nachhaltigkeitsforschung abzubilden. Dies beginnt bei der Herauslösung des Rebound-Phänomens aus dem ökonomischen Kontext, welcher den Mehrverbrauch in erster Linie mit Preis- und Einkommenseffekten begründet. Manche psychologischen Arbeiten konzipieren Rebound-Effekte unter dem Blickwinkel einer Intervention, bei der die Effizienzsteigerung, z.B. die Anschaffung eines effizienteren Geräts oder die Sanierung der Wohnung, die Routine der bisherigen Nutzung durchbricht und insofern eine kognitive Neubewertung des entsprechenden Verhaltens erfolgt. Psychologischen Handlungstheorien folgend könnte dieser Effekt ausgelöst sein durch eine Verschiebung der wahrgenommenen Konsequenzen; Ansätze zum moralischen Verhalten verweisen auf Erklärungen wie eine moralische Lizensierung. Ein solches Verständnis des Rebound-Phänomens lenkt den Blick aber auch darauf, dass gegenteilige Effekte psychologisch genauso erklärbar sind, wie die Forschung zu Spillover-Effekten oder moralischer Konsistenz im Verhalten gezeigt hat. Eine zusätzliche Weitung der Perspektive auf das Phänomen Rebound besteht in der Anwendung der Konzepte in weiteren Handlungsfeldern etwa dem Umgang mit dem Verbrauch natürlicher Ressourcen im Allgemeinen, mit erneuerbarer Energie oder zeitlichen Ressourcen im Sinne der Diskussionen um eine Beschleunigungslogik moderner Gesellschaften.

 

Für das Heft 1/2022 laden wir Forscher*innen aus der Psychologie und angrenzenden Disziplinen ein, aktuelle konzeptuelle oder empirische Arbeiten zum Thema Rebound-Effekte einzureichen. Alle Beiträge sind aufgefordert, das jeweilige Verständnis von Rebound-Effekten explizit darzustellen. Mögliche Fragestellungen für Einreichungen umfassen folgende Themen, sind jedoch nicht auf diese beschränkt:

  • Psychologische Forschung zu Rebound-Effekten in unterschiedlichen Anwendungsfeldern wie Energienutzung (Strom, Wärme), weiteren Ressourcen, Zeit
  • Konzeptuelle Überlegungen und theoretische Beiträge, die angrenzende Konzepte (wie z.B. Spillover-Effekte) aufgreifen
  • Empirische Beiträge zu Einflussfaktoren, Maßnahmen und Interventionen zur Eindämmung potenzieller Rebound-Effekte

Die Beiträge durchlaufen das reguläre Begutachtungsverfahren der Zeitschrift „Umweltpsychologie“. Die Zeitschrift sieht verschiedene Formate vor: Empirische Arbeiten, Theoretische Arbeiten, Praxisberichte sowie sogenannte Kurzbeiträge. Die Beiträge können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden. Sie müssen spätestens bis zum 31. März 2021 (Fristende) eingereicht werden. Informationen zu den Beitragsformaten, der Manuskriptgestaltung und die Redaktionsadresse finden Sie hier.

 

Wir weisen an dieser Stelle explizit darauf hin, dass Sie jederzeit auch zu anderen Themenbereichen Artikel bei der Zeitschrift einreichen dürfen!

Bei inhaltlichen Fragen zum Schwerpunktheft wenden Sie sich bitte an die betreuenden Herausgeber*innen des Schwerpunkts:

 

Dr. Elisabeth Dütschke und  

Dr. Anke Blöbaum

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